
Originalgeschichten
Eine oder viele?
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Auf der breiten Savanne lebte eine Giraffe, die größer war als jedes andere Tier in der Herde. Jeden Morgen spazierte sie zu ihrem Lieblings-Akaziebaum, streckte ihren langen Hals nach oben und knabberte die frischen grünen Blätter ganz allein an der Spitze — kein anderes Tier konnte so hoch erreichen.
Dann kam die Trockenzeit, und die Blätter auf den unteren Büschen verdorrten. Nur die Blätter hoch in den Baumkronen blieben grün. Ein junges Zebrafohlen und ein Baby Warzenschwein wanderten unter dem Akazienbaum, Bäuche murmelten, sehnsüchtig nach den grünen Blättern schauten, die sie nicht erreichen konnten – aber die Giraffe war zu beschäftigt, um sie zu bemerken.
Als die Giraffe den Kopf senkte, um wegzugehen, erblickte sie die hungrigen Augen ihrer kleinen Freunde. Sie hörte noch auf, bedauerte, dass sie es nicht früher bemerkt hatte, und entschied sich, zum Akazienbaum zurückzukehren.
Die Giraffe streckte ihren Hals hoch und schüttelte sanft die Äste und schickte einen großen Haufen frischer grüner Blätter, die zu Boden hüpfen. „Esse," sagte sie zu ihren beiden Freunden. „Ich bin groß genug, um diese für dich zu sammeln. Du wirst nicht mehr hungrig werden." Das Zebrafohlen und Baby Warzenschwein prallten vor Freude.
Von diesem Tag an, wann immer die Trockenzeit kam, stand die Giraffe unter dem höchsten Baum und schüttelte Blätter, damit ihre kleinen Freunde immer neben ihr essen konnten. Die ganze Herde kam, um sie liebevoll als den "guten Wanderbaum" der Savanne zu bezeichnen.
Mehr als andere zu haben ist nicht nur für dich selbst — es ist eine Chance, mit denen zu teilen, die weniger haben.
Die höchste Giraffe der Savanne genießt das Baumdach und lässt sich von ihr ganz allein, bis sie ihre kleinen Freunde in der Trockenzeit hungrig sieht und lernt zu teilen, was sie hat.
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