
AESOPs FABLE
Androkles und der Löwe
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Eines Nachts wütete ein heftiger Schneesturm über den Wald. Ein hungriger Wolf stach durch den treibenden Schnee, um Nahrung zu suchen, bis er ein junges Hirschchen sah, das sich von seiner Herde trennte, allein stand und im Sturm zitterte.
Der Wolf packte langsam die jungen Hirsche, bereit zu pounce. Aber in diesem Moment, der Schneesturm um sie herum wurde noch heftiger, bis die Welt fast in weiß verschwand.
Der Wolf erkannte plötzlich, dass, wenn sie nicht sofort Zuflucht fanden, sie beide frieren oder sich im Sturm verirren würden. Bebend vor Kälte und Angst baten die jungen Hirsche den Wolf, die Nacht zuerst zu überleben – alles andere konnte bis zum Morgen warten.
Der Wolf stimmte einem vorübergehenden Waffenstillstand zu. Zusammen stießen sie durch den Schnee, bis sie eine kleine Höhle unter einem felsigen Vorwald fanden. Sie kuschelte sich dicht zusammen, teilten ihre Wärme und warteten auf den Sturm.
Als der Morgen kam, war der Sturm still und der Himmel war klar. Nachdem der Wolf die schreckliche Nacht zusammen überlebt hatte, ließ er die jungen Hirsche frei, um ihre Herde zu finden — denn in jener Nacht hatten beide gelernt, daß Freundlichkeit und Zusammenarbeit mehr zählten als Hunger oder Angst.
Manchmal sind Freundlichkeit und Zusammenarbeit mehr als unsere eigene Angst oder unser Hunger.
Ein hungriger Wolf jagt ein junges Reh, das während eines heftigen Schneesturms von seiner Herde getrennt ist, aber wenn der Sturm für beide tödlich wird, müssen sie lernen, gemeinsam zu arbeiten, um die Nacht zu überleben.
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