
Originalgeschichten
Lin und die halb-Magische Bürste
⏱ 3–6 Min
Eine junge Krähe liebte das Sammeln glänzender Dinge vor allem. Eine goldene Flaschenkappe, ein glitzerndes Stück Folie, ein funkelnder Knopf — jeden Tag trug er jeden einzelnen zurück in sein Nest, und der Haufen wuchs immer höher und erfüllte ihn mit Stolz.
Das Nest der jungen Krähe wuchs so voll mit Schätzen, dass sich der Zweig zu biegen begann. Seine Vogelfreunde warnten ihn, es würde zu gefährlich werden, aber er wollte nicht zuhören. Er flog jeden Tag weiter und weiter, um neue glänzende Dinge zu jagen, bis er überhaupt keine Zeit mehr hatte, mit seinen Freunden zu spielen.
Eines Tages wehte ein heftiger Wind durch, und der Ast, der das schwere Nest so lange gehalten hatte, schnappte schließlich. Alle glänzenden Schätze fielen nieder, zerstreuten sich über den Boden unten. Die junge Krähe schrie vor Schock, als sie beobachtete, wie sein ganzes Hort vor seinen Augen verschwand.
Ein lieber Spatzenfreund flog hinüber, um ihn zu trösten, und bot ihm einen einzigen glatten, glitzernden Kiesel, den sie gefunden hatte, mit Liebe. Die junge Krähe hielt den kleinen Kiesel nahe und fühlte, dass er ihm mehr bedeutete als sein ganzer verlorener Schatzhaufen.
Die junge Krähe baute ein neues Nest und hielt nur die wenigen Lieblingsdinger, die ihm wirklich etwas bedeuteten. Sein Nest war jetzt hell genug, dass er jeden Tag mit seinen Freunden fliegen und spielen konnte. Er lächelte, glücklicher als er es je gewesen war.
Glück ist nicht das Meiste zu haben — es geht darum zu wissen, wann man genug hat und zu schätzen, was wirklich zählt.
Eine junge Krähe horten jedes glänzende Objekt, das er findet, bis sein Nest überläuft und der Zweig bricht. Wenn alles zusammenbricht, erfährt er, dass ein sinnvolles Geschenk mehr wert ist als ein Berg von Schätzen, die nie nach genug fühlen.
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