
Originalgeschichten
Niran und der Lotusteich
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Der erste Schnee des Winters driftete über den Wald. Ein kleines Bärenjunge sah die weißen Flocken mit breiten, aufgeregten Augen fallen – aber seine Mutter sagte, es sei Zeit für die ganze Familie, in die Höhle zu gehen und den Winter zu schlafen.
Die Bärin umarmte ihn und erklärte ihm sanft, dass der Körper eines Bären seine Kraft retten und lange ruhen müsse, um die bittere Kälte vor ihm zu überleben. Doch sobald alle eingeschlafen waren, kroch das ungeduldige kleine Kind ruhig aus der Höhle, um allein im Dunkeln im Schnee zu spielen.
Draußen heulte der Wind und der Schnee fiel immer stärker. Bald zitterte das Junge, sein Atem pfeift in weißen Wolken, seine Pfoten so kalt, dass er sie kaum bewegen konnte. Er fühlte sich müder und kalter als er je in seinem Leben gefühlt hatte.
Das Junge eilte durch den Schnee zurück in die Höhle, so schnell seine müden Beine ihn tragen konnten. Seine Mutter wachte auf, um ihn getränkt und zitternd zu finden, aber sie schimpfte ihn überhaupt nicht. Sie wickelte ihn einfach in Wärme ein und erklärte ihm sanft wieder, warum sein kleiner Körper wirklich diese Ruhe brauchte.
In dieser Nacht rollte sich das Junge gegen seine Mutter und fiel zum ersten Mal in einen tiefen, verständnisvollen Schlaf. Er schlief den ganzen Winter mit seiner Familie, bis der Frühling endlich kam. Er wachte stark und voller Freude auf und verstand schließlich, warum geduldige Ruhe so viel zählte.
Manchmal sind Geduld und richtige Ruhe genau das, was uns stark genug für die kommenden Tage machen.
Ein kleines Bärenjunge versteht nicht, warum seine Familie den ganzen Winter über schlafen muss, so schleicht er sich heraus, um allein eine eisige Nacht im Schnee zu spielen — und lernt, wie schwierig es ist, sich auszuruhen.
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