
Originalgeschichten
Der Tailorbird und das lose Nest
⏱ 2–4 Min
In einem lebendigen Korallenriff unter dem Meer lebte ein Krake, der seine Haut in jede gewünschte Farbe ändern konnte. Eines Tages wurde es hellrot, das nächste ein geflecktes Grün. Dann fragte ein Fischfreund: "Oktopus, was ist deine echte Farbe überhaupt?"
Der Krake schwieg, erschrak. Er hatte noch nie darüber nachgedacht. Er versuchte sich zu erinnern, konnte sich aber überhaupt nicht an seine ursprüngliche Farbe erinnern – er hatte sich so oft verändert, dass er es einfach vergessen hatte.
Der Krake machte sich auf, um seine wahre Farbe zu finden. Er fragte einen orangen Clownfisch, eine blaue Krabbe und einen lila Seestern, welche Farbe er sein sollte. Aber je mehr er fragte, desto verwirrter wurde er — jedes Geschöpf schlug etwas anderes vor.
Müde von der Suche, schwebte der Krake noch mitten im Riff zur Ruhe, ließ seine Haut natürlich mit seiner Stimmung und Umgebung wechseln, ohne es mehr zu kontrollieren. Seltsamerweise fühlte er sich mehr in Frieden denn je.
Der Krake erkannte, dass seine Fähigkeit, Farbe zu ändern, sein wahres Selbst war — er brauchte nie nur eine feste Farbe wie der andere Fisch. Von da an war er stolz auf jede Farbe, die er wurde, glücklich wechselnde Farben für den Rest seines Lebens im Meer.
Selbst zu sein bedeutet nicht, nur eine Sache zu sein — die Art und Weise, wie du dich änderst und dich anpassst, kann auch Teil deines wahren Selbst sein.
Ein Krake, der sich in unzählige Farben verwandeln kann, weiß nicht, was seine eigene wahre Farbe wirklich ist, und macht sich auf eine Reise durch das Meer, um sie zu finden.
Parents' guide
Children who enjoy color and art or wonder whether interests and identity must fit one fixed choice. People can change across time and situations.
A friend's question about the “real color” confuses the octopus. A child may connect this with pressure to choose a gender expression, interest, group, or role. They need not disclose anything about themselves.
Materials: paper, many colored pencils
Colors and feelings have no fixed mapping. Do not correct red to angry or blue to sad; the child owns the meaning.
The octopus does not have to be “finished” discovering itself. Identity may keep changing and invite new questions.
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