
Thai Volkszählung
Ta Mong Lai und die beiden Hochzeitszüge
⏱ 5–8 Min
Sri Thanonchai dachte schnell und liebte es, Worten unerwartete Wendungen zu geben. Eines Tages sagte er zum König: „Hinter der Stadtmauer steht ein prächtiges goldenes Haus. Eure Majestät sollte es sehen.“ Die Nachricht von einem Haus aus Gold verbreitete sich im ganzen Palast, und eine neugierige Gruppe folgte ihm nach draußen.
Am Ende der Straße standen keine glänzenden goldenen Wände, sondern nur ein braunes Holzhaus unter einem rot blühenden Flammenbaum. „Da ist es: ein goldenes Haus, gebaut aus dem Holz des Flammenbaums“, sagte Sri Thanonchai grinsend. Einige Höflinge lachten über die doppelte Bedeutung. Der König betrachtete das Haus. „Wusstest du, dass wir deine Worte anders verstehen würden?“
„Ja, Eure Majestät. Das machte es zu einem guten Scherz“, antwortete er. Der König fragte: „Wenn alle gemeinsam lachen, kann ein Scherz leicht wie ein Ball sein. Doch wenn jemand Zeit oder Eigentum verliert oder getadelt wird, weil du ihn absichtlich etwas Falsches verstehen lässt, ist der Scherz dann noch leicht?“ Diesmal hatte Sri Thanonchai keine schnelle Antwort.
Auf dem Rückweg traf die Gruppe einen Händler, der einen jungen Helfer ausschalt. „Ich habe dir gesagt, du sollst den Krug füllen. Warum hast du ihn überlaufen und den Reis durchnässen lassen?“ Das Kind antwortete: „Ich habe ihn ganz gefüllt, aber ich wusste nicht, wo ich aufhören sollte.“ Sri Thanonchai sah den verdorbenen Reis an und dann den König. Zwei Bedeutungen endeten nicht immer im Lachen.
Sri Thanonchai half, den Reis zum Trocknen auszubreiten. Dann schlug er eine klarere Anweisung vor: „Fülle den Krug bis zur Kohlelinie eine Handbreit unter dem Rand und höre dann auf.“ Das Kind füllte einen zweiten Krug genau richtig. Der König lächelte. „Klare Worte können ebenso viel Verstand erfordern wie überraschende.“ Sri Thanonchai nickte. Diesmal musste niemand raten.
Sri Thanonchai spielte weiterhin mit Worten, und die Menschen erzählten weiterhin die Geschichte vom goldenen Haus. Vor jedem neuen Scherz prüfte er jedoch, ob seine Zuhörer mitspielten oder in die Irre geführt wurden. Bei Arbeit, Versprechen und Sicherheit wählte er klare Worte — und doppelte Bedeutungen hob er sich auf, um mit Menschen zu lachen, die das Spiel verstanden.
Ein Wortspiel, das alle verstehen, kann für Lachen sorgen. Wenn etwas wichtig ist, sollten wir jedoch klar sprechen und Verantwortung dafür übernehmen, welches Verständnis wir vermitteln wollen.
Sri Thanonchai lädt den König ein, ein „goldenes Haus“ zu sehen, und zeigt ihm dann ein gewöhnliches Haus aus dem Holz des Flammenbaums. Das Wortspiel bringt den Hof zum Lachen, doch eine unklare Anweisung auf dem Markt lässt ihn darüber nachdenken, ob Klugheit alle am Scherz teilhaben lässt oder jemanden in die Irre führt.
Mehr Geschichten aus der gleichen Sammlung, für Sie ausgewählt